
Wenn ich betrunken bin Wenn ich betrunken bin, dann merkt man das nicht gleich: Mein Redefluß wird glatt und meine Sprache blumenreich, Ich fang nicht an zu nerven und aus der Rolle zu fallen, Ich fang nicht an zu labern, zu krakeelen und zu lallen. Dann schwinden ganz allmählich meine Gleichgewichtsstörungen, Der Nebel in mir lichtet sich, ich red mit Engelszungen. Dann find ich all die Worte, die mir fehlen haargenau, Dann sprech ich schön, wie Dagmar Berghoff einst in der Tagesschau Und was ich sag hat Hand und Fuß und Kopf und einen Sinn, Wenn ich betrunken bin. Wenn ich betrunken bin, dann such ich keinen Streit, Dann kommt mein bess'res Ich, das alles versteht und verzeiht. Ich werde nicht beleidigend, ich muß auch nicht rumpöbeln, Brauch nicht zu grapschen und wildfremde Leute zu vermöbeln. Dann wird der inn're Schweinehund zur inn'ren Schweinehündin, Der dunkelste Abgrund in mir zur lichtesten Abgründin. Dann bricht das Gute aus mir raus, das sich schon lang aufstaut, Dann halt ich auch die andre Backe hin, wenn einer haut. Dann wird die Niete, die mich vollquatscht doch noch ein Gewinn, Wenn ich betrunken bin. Wenn ich betrunken bin - da merkst du nichts davon - Dann seh nur ich den kleinen Mann mit dem Akkordeon Der spielt so überirdisch schön, so rein und so kristallen Da muß ich wie ein Schloßhund heuln und fast ins Koma fallen. Und dann seh ich ein Rudel Fabeltiere mich umringen, Ein Dutzend haar'ge Burschen, die aus voller Kehle singen, 'Nen schleppend <b>...</b>
Reinhard
Mey
Wenn
ich
betrunken
bin
live
Liedermacher